Traumatische Erlebnisse hinterlassen tiefe Spuren in unserem Nervensystem. Sie aktivieren den „Kampf-oder-Flucht“-Modus, was zu einer Überflutung mit Stresshormonen führt. Schwere Traumata können das Gehirn physisch verändern – insbesondere die Amygdala (unser Alarmzentrum) und den Hippocampus (zuständig für Gedächtnis und Einordnung).

Yoga bietet einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, um diese Veränderungen positiv zu beeinflussen.

Neurobiologische Wirkmechanismen von Yoga:

  • Stressregulation & Vagusnerv: Durch Pranayama und Asanas aktivieren wir den Parasympathikus. Speziell der Vagusnerv wird stimuliert, was den Cortisolspiegel senkt und dem Gehirn „Sicherheit“ signalisiert.

  • Neuronale Plastizität: Yoga fördert die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu vernetzen. Graue Substanz im Hippocampus kann wieder aufgebaut werden, was die emotionale Regulation stärkt.

  • Interozeption (Körperbewusstsein): Yoga hilft dir, Körperempfindungen wieder sicher wahrzunehmen. Das schult die Insula im Gehirn, die für die Wahrnehmung deines inneren Zustands zuständig ist.

Der Fokus: Kumbhaka und die Gehirnstrukturen

Ein besonderes Werkzeug in der Yoga-Basierten-Traumatherapie ist Kumbhaka (das bewusste Anhalten des Atems). Es wirkt direkt auf die Architektur deines Gehirns:

  1. Beruhigung der Amygdala: Das kurze Anhalten nach der Ein- oder Ausatmung unterbricht den konstanten Strom von Angstsignalen. Es zwingt das Gehirn in einen Moment der Stille, in dem die Amygdala „umprogrammiert“ wird.

  2. Stärkung des Präfrontalen Kortex: Während du den Atem anhältst, übernimmst du die bewusste Kontrolle über einen eigentlich autonomen Prozess. Das trainiert dein logisches Zentrum (den präfrontalen Kortex), die Kontrolle über die emotionalen Impulse der Amygdala zurückzugewinnen.

  3. CO2-Toleranz & Resilienz: Kumbhaka erhöht leicht den CO2-Gehalt im Blut, was die Gefäße im Gehirn weitet und die Sauerstoffversorgung verbessert. Dies stärkt die Widerstandsfähigkeit deines Nervensystems gegen künftige Stressfaktoren.

Integration von Körper und Geist: Yoga verbindet Bewegung, Atem und Achtsamkeit. Dadurch können traumatisierte Menschen die Fragmentierung ihrer Erfahrungen überwinden und zu einem Gefühl von Ganzheit zurückfinden.

Wichtiger Hinweis: Yoga ist kein Ersatz für eine professionelle Therapie, sondern eine wertvolle Ergänzung. In der Yoga-Basierten-Traumatherapie (YBT®) arbeiten wir traumasensibel und ressourcenorientiert.

Namasté, Dein Thomas inRelax® – Yoga in Krefeld