Welche Arten von Trauma werden im traumasensiblem Yoga unterschieden?

  • Schocktrauma – Als Schocktrauma wird ein einzelnes Erlebnis bezeichnet das tiefgreifende, lebensverändernde Auswirkungen hat. Typischerweise ist dieses Ereignis mit Raum und Zeit zu benennen, und es bleibt im Gegensatz zu anderen Gedächtnisinhalten unveränderlich im Gedächtnis abgespeichert.
  • Entwicklungstrauma –  Als Entwicklungstrauma bezeichnet man einen längeren Zeitraum (z. B. Kindheit oder Jugend) in dem man sehr hohem körperlichen und/oder psychischen Stress ausgesetzt war. Häufige Folgen von einem Entwicklungstrauma sind z. B. eine schlechte Selbstregulation auf emotionaler Ebene, dauerhafte Aktivierung des sympathischen Nervensystems (Kampf oder Flucht Reflexe) oder eine geringe Stressresistenz.
  • Transgenerationales Trauma – Belastende unbearbeitete Erfahrungen einer Generation (z. B. Kriegserfahrungen) werden in der Regel unbewusst an die folgende Generation weiter gegeben. Die Folgegeneration übernimmt die Auswirkungen der traumatischen Ereignisse der ersten Generation ohne sich dessen bewusst zu sein. Eine Behandlung ist beinahe unmöglich, da der wahre Ursprung der Probleme häufig nicht bekannt ist.
  • Sekundärtraumatisierung – Die Sekundärtraumatisierung betrifft z. B. Psychotherapeuten oder Familienangehörige von traumatisierten Menschen. Diese sind den Folgen von Traumatisierung und oft auch den dazugehörigen Erzählungen des Geschehenen regelmäßig ausgesetzt, können sich unter Umständen nicht genügend distanzieren und werden somit selbst traumatisiert.
  • Soziales Trauma – Ein gerade heute aktuelles Thema. Ein soziales Trauma betrifft ganze Volksgruppen und findet in einem gesellschaftlichen Kontext statt. Viele Trauma Experten gehen im Fall der weltweiten Corona Krise (Covid 19) von einem sozialen Trauma aus dessen Folgen auch in unserer Gesellschaft noch viele Jahre seine Wirkungen zeigen wird.