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Meridiane & Ki

Carola Beresford-Cooke

Eine der vielen Übersetzungen des chinesischen Jingluo oder des japanischen Keiraku. Ein tastbarer Weg einer Verbindung, über die ein bestimmter Teil des menschlichen Wesens mit dem Ganzen in Beziehung steht. Eine Passage zur Verteilung von Qi/Ki. Nach westlichen wissenschaftlichen Begriffen könnte ein Meridian als Weg für die Verteilung von Informationen über das Bindegewebe im gesamten Körper bezeichnet werden. In den Annalen der klassischen chinesischen Akupunktur kennt man 12 Hauptmeridiane, die jeweils eine Anzahl exakt lokalisierter Punkte haben. Jeder dieser 12 ist Teil eines Komplexes von anderen Leitbahnen, wie der inneren Leitbahn, Verbindungsleitbahn, divergierenden Leitbahn oder Muskel-Leitbahn. Der ursprüngliche Begriff für Meridian war Mai, ein Wort, das für die Acht Außerordentlichen Gefäße noch immer in Verwendung ist. Der chinesischen Medizinhistorikerin Vivienne Lo zufolge bezeichnet Mai eine längliche Struktur. Es kann sich ebenso auf einen Bergzug wie auf einen Kanal beziehen und Meridian scheint sowohl der Bedeutung des ursprünglichen Wortes Mai, als auch dem modernen chinesischen Jingluo eher zu entsprechen.

Meridiane selbst zeigen mehr noch als Punkte Eigenschaften wie niedrigen elektrischen Strömungswiederstand und hohe Aufnahmefähigkeit. Die wichtigsten Meridiane verlaufen longitudinal zwischen Himmel und Erde durch den Körper und verbinden das positiv geladene untere Ende des Körpers mit dem negativ geladenen oberen Anteil.

Mit fortgeschrittenem Verständnis des daran beteiligten elektromagnetischen Körperfelds können die Meridiane im Westlichen als die Frequenz einer Schwingung verstanden werden, deren Auswirkung im gesamten Feld wahrgenommen werden kann. Im Rahmen einer Shiatsu-Behandlung können wir Kontakt zu der präzisen Frequenz eines Meridians des Empängers aufnehmen und dadurch Zugang zu seinem gesamten Feld gewinnen. Die präzise anatomische Lokalisation verliert so an Bedeutung.

Quelle: Carola Beresford-Cooke "Shiatsu, Grundlage und Praxis"

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Shizuto Masunaga

Die Meridiane (auch bekannt als Leitbahnen und Kollaterale) kann man sich als Bahnen vorstellen, in denen Ki oder eine subtile Energie, die in jeden von uns existiert, zirkuliert. Abgesehen von der Akupunktur zielen auch DO-IN, Anma (traditionelle japanische Massage) und chinesische Kräutermedizin daraud ab, durch die Verbesserung des Energieflusses entlang der Meridiane die Gesundheit wiederherzustellen. Der zentrale Gedanke in der fernöstlichen Heilkunde besteht in der Annahme, daß alle körperlichen Probleme auf eine Hemmung des Ki-Flusses zurückzuführen sind und daß die Wiederbelebung dieser Zirkulation zu Heilung von Krankheit führt.

Die japanische Sprache ist durchsetzt von dem Wort Ki, und gemeinhin wird es mit der körperlichen, geistigen und emotionalen Verfassung eines Menschen in Zusammenhang gebracht. Einige Beispiele verdeutlichen dies: kimochi (fühlen; wörtlich "wie jemand das Ki bewahrt"), genki (sich gut fühlen; wörtlich "sich des Wesens des Ki bewußt sein"), und kinodoku (traurig; wörtlich "das Kiverletzend"). Das Konzept des Ki oder das einer subtilen Energie wird nicht nur dem Menschen, sondern sämtlichen Erscheinungsformen der Natur zugrundegelegt. Einen Eindruck dessen vermitteln die japanischen Begriffe: tenki (Wetter; wörtlich "Ki des Himmels"), kuki (Luft; wörtlich "leeres Ki") und denki (Elektrizität; wörtlich "Ki des Blitzes"). So kann also das Ki als Ausdrucksform verstanden werden, die das dynamische Zusammenspiel von Lebenskräften sowohl innerhalb der Natur als auch innerhalb des Menschen beschreibt, also von Energie.

Quelle: Shizuto Masunaga "Meridian Dehnübungen"

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